Auxerrois

Eingereicht von budig am 11. Jul 2010 - 12:21

Ein Exote unter den deutschen Rebsorten

Die weiße Rebsorte stammt aus Frankreich. Der Name stammt wahrscheinlich aus der französischen Grafschaft Auxerre, aus deren Umgebung sie kommt. Die Auxerrois-Rebe gehört zur Gruppe der Burgunder und ist eine natürliche Kreuzung zwischen Pinot und Gouais Blanc (Weißer Heunisch).

In Deutschland dürfte sie erstmals um 1800 aufgetaucht sein, wo sie aus dem Elsass bis zur Badischen Bergstrasse gelangte. Dort ist sie bis heute unter dem Namen „Kurzstieliger Champagner“ und „Kleiner Heunisch“ in den gemischten Rebsätzen der historischen Weinberge verbreitet. In Ungstein (Pfalz) wurde sie Anfang des 19. Jahrhunderts zusammen mit Pinot Blanc angebaut. Etwa hundert Jahre später scheint sie über Lothringen noch einmal nach Deutschland gebracht worden zu sein. Der gelbgrüne mit milder Säure ausgestattete Wein hat ein dezentes Bouquet. Er eignet sich besonders gut für den Ausbau in kleinen Holzfässern.

 Heutzutage sind sortenreine Auxerrois Weine rar und äußerst begehrt. Meist werden daraus Spitzenweine erzeugt, vor allem in Deutschland.

Im Weingut Georg Müller Stiftung findet eine starke qualitätsorientierte Selektion bereits im Weinberg statt. Die Trauben der ersten Lese werden verworfen: Unreife und ungesunde Trauben werden Ende September entfernt und als Dünger direkt auf den Weinbergsboden geworfen. Aus der zweiten Lese (nicht voll ausgereifte Trauben) wird Federweißer. Aus der dritten Lese (bereits reif, aber nicht zu schwer) wird der Sektgrundwein. Die wenigen verbleibenden vollreifen, goldgelben Trauben finden ihren Weg in die Barriques und werden zum Besten, was ihnen passieren kann.

Links