Das Credo von Gutsverwalter und Kellermeister, Alf Ewald: „Wo ein Ökosystem gut funktioniert, fühlt sich jedes einzelne Lebewesen wohler, somit dann auch die Rebe“.
Das klingt genial, aber längst nicht alle Winzer verwenden diese Methode. Die Weinreben brauchen Stickstoff und Kaliumphosphat. Biowinzer düngen mit Kompost, Stallmist oder Gesteinsmehlen, erzählt Andreas Booß, Leiter des Weinbauamts in Eltville. Konventionelle Winzer können chemische Düngemittel streuen. Es werden auch chemische Mittel gesprüht, um die Reben vor Schädlingen und Krankheiten zu schützen.
Andreas Booß: „Der Weinbau kommt noch nicht umhin, diese Mittel einzusetzen, die Temperaturen in Weinbergen sind höher als in der sonstigen Umgebung, und das fördert natürlich insbesondere den Befall von Pilzen“.
Auch in der Georg Müller Stiftung wird auf den Einsatz von Pflanzenschutz nicht verzichtet.
Ein erfolgreiches Beispiel für Bio im Weinbau ist die sogenannte „Verwirrmethode“. Im ganzen Rheingau hängen kleine braune Plastikampullen an Reben und Bäumen. Sie duften. Die Duftstoffe verwirren einen Schädling, den Traubenwickler. So findet das Männchen das Weibchen nicht mehr. Dadurch ist es nicht mehr nötig, den Schädling chemisch zu bekämpfen.
Für Winzer Alf Ewald ein großer Erfolg: „Worauf wir zum Glück vollkommen verzichten können, sind Insektizide. Das Insekt, was für uns im Weinbau das gefährlichste ist, der Traubenwickler, wird hier flächendeckend von allen Winzern gemeinsam bekämpft. Die restlichen Insekten dürfen gerne bei mir auf den Reben herumkrabbeln, die mache ich nicht kaputt“.
Auch Alf Ewald sieht eine weitere Entwicklung hin zum Biologischen. „Wenn man guten Wein machen will, kommt man gar nicht drum herum, biologisch zu arbeiten. Unser normaler Weinbau von heute ist im Grunde genommen der Bioweinbau von vor 20 Jahren. Insofern wird sich das auch immer weiter in diese Richtung entwickeln und diese Entwicklung ist gut“.